Startseite Aktuell Allgemein Ein ehemaliger Schüler nimmt Stellung zur Nation(almannschaft)
Ein ehemaliger Schüler nimmt Stellung zur Nation(almannschaft) Drucken

Deutschland – Ein „Nach-der-EM-Qualifikation-Märchen“

30 Punkte aus 3 Spielen - oder so ähnlich. Noch nie war die Deutsche Nationalmannschaft so gut. Den Abstand auf die Oranjes haben wir verkürzt. Aber die nehmen wir eh nicht ernst - aus guter Tradition. Auf dem Weg zum nächsten Titel müssen wir zum Glück nur an den unangefochtenen Spaniern vorbei. Aber wo steht das DFB-Team? Was gibt der Kader her? Höchste Zeit für eine Bestandsaufnahme:

Ein Torwartproblem hatte Deutschland noch nie, immer kam ein guter neuer nach. Auch wenn unsere Torhüter wegen der grandiosen Abwehr meist nicht viel zu tun hatten und sich womöglich vorkamen, wie ein einsamer Verirrter in der Wüste unter Geiern bzw. in diesem Falle - in Deutschland  - wie ein einsamer Hüter, umkreist von einem Adler auf einer einsamen Wiese, auf der womöglich nur ein Weidenfeller sein Unwesen treiben könnte, indem er den Stamm von Spielern zertrennt, also Stammspieler verkennt. So werden womöglich gerade die jungen Sprossen zum Zieler eines Torwartan- oder -abschlags. Und gar niemand erinnert sich, dass hier mal die ganze Hilde brannte.

 Apropos: Wie bereits erwähnt, ist aber eher davon auszugehen, dass wir hinten sicher nichts anbrennen lassen werden. Der Kampf um die begehrten Stammplätze in unserer Hintermannschaft brodelt wie ein unkalkulierbarer Vulkan. Schmelzer-Tiegel dabei ist zum Beispiel unsere schwatz-gelbe Hummel. So beliebt er einmal war, erlaubt er sich zur Zeit zu viele Schnitzer, wirkt manchmal geradezu erlahmt, mutiert langsam aber sicher zu einem echten Merte-Sucker! Hoffen wir einfach, dass es intim...ähhh....im Team keine Zoff gibt und alle friedrich bleiben. Hoffen wir auch, dass sie nicht wie all die Dekaden zuvor hinten Boateng anmischen. Hoffen wir viel mehr, dass freudige Gesänge durch die Stadien und ganz Deutschland schallen werden: „Go Ao go, go!“ Hauptsache, unser Trainer erteilt so manchen Münchnern Badstubenarrest. Denn auch die sind manchmal einfach nicht ganz auf der Höwe - des kann am Ende dann allen schaden!

 Ich persönlich befürchte zudem, dass auch ein zu hoher Anteil an marineblauen Schalkern eher Schaden könnte und bin der festen Überzeugung: Götze = Fußballgott. Der Junge schlägt einen Haken nach dem anderen, tanzt seine Kontrahenten mit vielen Überschweinsteigern auf brasilianisch-weiße Art aus. Kroosartig! Die theologische bzw. blasphemische Ebene des Paradoxons „Götze = Gott“ soll aber nicht weiter erörtert werden. Ich möchte insbesondere keinem Katholiken zu nahe treten. Vor allem gläubige Spieler lassen sich ja gerne filmen, wie sie auf dem Rasen groß Kreutze schlagen oder dergleichen Praktika. Da weiß man dann: „Der holt by-Stand von oben. Gut so! Besser das holen als einen Benderriss. Oder noch schlimmer einen doppelten Benderriss!“

Interessant wird es auch, zu beobachten, ob Rolf es versteht, die Lücke von dem Ballackaffen zu schließen - so denn wir überhaupt einen nächsten Capitano wünschen. 

Ein weiterer Aspekt, der vielleicht gar nicht so aufdringlich erscheint, aber doch angesprochen werden sollte, ist die Tatsche, dass sich die Diskussionen um Multikulti zum Glück ein wenig gelegt haben. Lasst die Jungs einfach kicken und nicht Politik betreiben! Wir haben also noch nicht den Status erreicht wie vielleicht in den USA. Ehrlich gesagt bereus ich das auch nicht. Wir müssen also nicht gucken, ob wir White Träsch in unseren Reihen haben. Das heißt übrigens „weißer Müll“. Er weiß das aber zum Glück selbst!

Bleibt in Sachen Mittelfeld eigentlich nur noch die Rolle unserer madrilenischen Söldner anzusprechen. Aber was soll man dazu groß sagen? Viele kennen womöglich nicht einmal den Unterschied der Ösiliga rund um die Alpen und der Özilliga in Spanien. Aber vielleicht sollten wir, sollte ich, trotz allem wenigsten dem Ex-Bremer gute Wünsche übermitteln?!?

Okeh, dir a lles Gute, Mesut!

 Alles gut, das zählt auch für den Sturm. Unsere Angreifer sind schwer zu gomeztizieren. Da wird gerne auch mal ein Dreierpack geschürrlet. Manchmal wirbeln sie so viel herum, da kann der Rest der Mannschaft schon mal ein Cacau trinken oder aufs Klosett gehen. Teilweise sind unsere Stürmerstars auch hinterhältig und gemein, können zu richtig kleinen Kießlingen werden. Trotzdem sollte man schon einmal darüber nachdenken, unser kompliziertes System im Angriff umzustellen. Wenn nur zwei da vorne getauscht werden, wird schon aus dem Dipol Poldi.

 Alles in allem ist der Titel also sicher drin! Vor allem mit unserem Mode-, Model- und Modelltrainer auf der Bank haben wir ne sichere Bank. Auch wenn er sich manchmal - zwischen ein paar hektischen Marlboro - einige Ausraster leistet a la: „Ich mach dich gleich n Köpke kürzer, du falscher Zwanziger“ oder „Flick dich doch!“ Ich finde das sympathisch und denke mir dabei bloß: Gut gebrüllt, Löw!

 Timo Neumann